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Chronos

Reisen in aussergewöhnlichen Zeiten: Segelkreuzfahrt im Mittelmeer

Carmen Meier, Reiseberaterin bei Globoship, tauchte in die Welt der Segelkreuzfahrten ein.

An der malerischen Amalfiküste, lernte sie auch in diesen speziellen Zeiten die Segel richtig zu setzen.

"Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen"

Ich finde das Zitat von Aristoteles für unsere momentane Situation sehr passend und passend dazu war auch meine Studienreise in die wunderschönen Gewässer des Tyrrhenischen Meeres mit der Segelyacht «Chronos».

Das Schiff:

Die «Chronos» ist 54m lang und hat eine Segelfläche von 1000m2. Ein wunderschönes Schiff, ausgekleidet mit kastanienfarbigem Holz, sehr edel und gepflegt. An Bord der Chronos können 26 Gäste in 13 Doppelkabinen übernachten, alle Kabinen sind klimatisiert, mit eigenem Bad und in den Deluxe Kabinen können weitere Zusatzbetten aufgestellt werden. Die Kabinenausstattung ist komfortabel  und mit genügend Ablageflächen sowie einer regulierbaren Klimaanlage. An Deck gibt es zahlreiche Sitz- oder Liegemöglichkeiten und den gemütlichen Essbereich, wo die Mahlzeiten serviert werden – wie zum Beispiel das leckere Frühstücksbuffet, welches zum Schlemmen einlädt. Generell ist das Essen an Bord sensationell! Im Schiffsinnern gibt es noch einen zusätzlichen Essbereich sowie eine kleine Bar, bei der erfrischende Cocktails bestellt werden können. 

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Die Reise:

Mit der Swiss ging es auf direktem Weg in die süditalienische Stadt Neapel unweit des noch aktiven Vulkans Vesuv. In Zürich war es bei der Abreise regnerisch, umso mehr freute es mich bei 30 Grad und strahlend blauem Himmel anzukommen. Am Flughafen Neapel erwartete uns der im Voraus gebuchte Transfer, welcher uns zum Hafen Salerno brachte. An der Marina d`Archei wartete schon die «Chronos» auf uns und wir konnten um 18.00 Uhr nach einem Welcome Drink unsere Kabine beziehen. Am selben Abend ging es auch schon raus aufs Meer und wird durften unser erstes Abendessen bei Sonnenuntergang geniessen.


In Italien sind die Corona-Regelungen strenger als hier in der Schweiz, daher war es üblich im Taxi, am Flughafen und auch im Flieger eine Maske zu tragen. Wir mussten vorher alle einen negativen Corona-Test vorlegen, damit wir auf die Reise mitgehen durften. Auf dem Schiff selber waren die Bestimmungen etwas lockerer, da wir eigentlich immer draussen an Deck waren und dort keine Maskenpflicht bestand. Unter Deck war Masken-Tragpflicht, jedoch waren wir so gut wie nie unten, da uns das Service Personal verwöhnte und uns die Drinks immer aufs Deck brachte. Das Service Personal musste beim Servieren der Mahlzeiten eine Maske tragen. Im Dinghi und an Land war es dann wieder strenger, da herrschte überall Maskenpflicht, auch draussen auf der Strasse, jedoch gewöhnte man sich schnell daran und es wurde zur Normalität – von dem her empfand ich ich dies auch nicht als störend (für die Frauen ein bisschen wie ein zusätzliches Accessoire zur Handtasche ;-). Weiter war auch tägliches Fiebermessen angesagt, dies ging dann ruckzuck beim Frühstück und wurde ebenfalls zur Routine.


Unsere Route ging ab Salerno mit einem erstem Stopp in Amalfi, anschliessend Richtung Ischia – Ventotene – Ponza – Procida – Capri und zurück nach Salerno. Wir hatten jeden Tag einen Landgang von ca. zwei Stunden, bei dem man selbständig die Stadt besichtigen konnte, einen Kaffee oder Gelati geniessen oder andere Sehenswürdigkeiten erkunden konnte. Zwischendurch gab es immer wieder Badestopps im kristallklaren Meerwasser, sowie Schnorchel-Möglichkeiten und Wassersportaktivitäten wie „Stand Up Paddle“ oder Wasserski, welche wir nutzen durften. Taucherbrille und Schnorchel konnte man an Bord ausleihen. Im kleinen Städtchen Procida gab es für uns ein lokales Abendessen und wir durften dort in einem hübschen Restaurant auswärts die italienische Abendatmosphäre geniessen.

Auf dem Schiff wurden wir rundum verwöhnt und die Sonnenuntergänge an Bord waren fantastisch. Wann auch immer möglich und bei genügend Wind, segelten wir von Insel zu Insel. Wir durften (mussten aber nicht) der Crew behilflich sein beim Segel setzen. Zu unserem Glück begleiteten uns auch noch drei Delfine bei der Überfahrt von Ventotene nach Ponza, was für ein tolles Erlebnis! Die Woche verging leider viel zu schnell und schon waren wir wieder im Hafen von Salerno angekommen, bei dem wir unser Captains Dinner zum Abschluss geniessen konnten. Am nächsten Tag hiess es dann schon wieder „Arrivederci, bella Italia“ und wir wurden vom Shuttlebus abgeholt und zum Flughafen nach Neapel gebracht, wo es dann wieder mit der Swiss direkt nach Zürich ging.

Mein Fazit:

Alleine auf so einer grossen Segelyacht zu sein ist schon ein Erlebnis und mir hat die Woche super gefallen. Es wurde auch bewiesen, dass trotz Corona so eine Reise problemlos möglich ist. Es gibt zwar ein paar Einschränkungen, mit denen man aber gut leben kann. Der Service und die ganze Crew waren toll, auf hohem Niveau und trotzdem war die Atmosphäre an Bord familiär, man hat sich richtig wohl gefühlt. Die Route war sehr gut ausgewählt an diesem hübschen Fleck von Italien. Auf dem Meer zu reisen ist für mich immer noch etwas vom schönsten. Diese Reise ist ideal, um zu entspannen, sich kulinarisch verwöhnen zu lassen, etwas für Badenixen und natürlich Segelschiffinteressierte, welche gerne mithelfen möchten und ihre Kenntnisse etwas auffrischen wollen.