Grundsätzliches zu privaten Schiffstouren / Jachtcharter

Für Kleingruppen ab 4 Personen kann sich bereits das chartern (Fachausdruck für das Mieten eines ganzen Schiffes) lohnen. Dabei ist nicht nur der finanzielle Aspekt zu beachten sondern auch der Zusatznutzen eines privaten Jachtcharters ausschliesslich für Sie. Sie bestimmen die Route, die Ausflüge und den Tagesablauf, legen Schwerpunkte bei der Kulinarik und sind ausschliesslich mit Gästen zusammen, die Sie persönlich kennen und schätzen. 

 

Preise für Jachtcharter

Der Preis für einen Schiffcharter hängt von vielen Faktoren ab wie Grösse und Komfort des Schiffes, der Reisedauer, dem Fahrtgebiet und vor allem der geplanten Auslastung. Eine Motorjacht für 12 Personen, wo sich nur 4 Personen den Charterpreis teilen, wird sich preislich im obersten Segment befinden. Sofern sich der Mietpreis für das gleiche Schiff zum Beispiel auf 10 Personen aufteilen lässt, kann das preislich dann wieder - in Kombination mit den Zusatzvorteilen eines eigenen Schiffes - sehr interessant sein.
 

Hier einige Richtwerte in welchem Preisrahmen sich ein Schiffcharter für eine einwöchige Reise in etwa bewegen kann:

Segelschiff Mittelmeer: ab CHF 1'500.–

Gulet Kroatien: ab CHF 3'500.–

Motorjacht Mittelmeer: ab CHF 9'000.–

Segelschiff Übersee: ab CHF 3'500.–

Hotelbarge in Europa: ab CHF 6'000.–

Expeditionsschiffe Schottland: ab CHF 4'000.–

Arktisreisen: ab CHF 7'000.–

Antarktisreisen: ab CHF 21'000.– (3 Wochen)

Wie eingangs erwähnt können diese Preise sehr stark variieren. Die obigen Preise sind - je nach Schiff - für Gruppengrössen von 6 bis 10 Personen berechnet bei 80 % Auslastung der Schiffskapazität. Sie dienen ausschliesslich als ganz grobe Orientierungshilfe um aufzuzeigen, auf was für einem Preisniveau sich ein solcher Charter bewegen kann.   

 

Besatzung

Alle Schiffe, die wir vermitteln, kommen mit einer kompletten Besatzung, die für die Nautik und das Kulinarische zuständig ist. Auch bei den Segelschiffen ist keine Segelerfahrung notwendig. Wenn Sie aber mal das Steuer unter Aufsicht übernehmen wollen, dürfte das in den meisten Fällen kein Problem sein. Auf einigen grösseren Segelschiffen (12 - 26 Gäste) kann in Zusammenarbeit mit der Stammcrew auch gezielt mitgeholfen werden.

Vorausbuchungsfristen

Schiffe, die nicht ausschliesslich für private Gruppen gechartert werden sondern auch reguläre Reisen für Einzelreisende anbieten, müssen oft ein bis zwei Jahre im Voraus reserviert werden, damit das von Ihnen gewünschte Datum für den öffentlichen Verkauf gesperrt werden kann. Schiffe, die ausschliesslich für Privatgruppen zur Verfügung stehen, können hingegen oft kurzfristiger gechartert werden.

 

Komfort der Schiffe

Der Komfort der Schiffe variiert stark. Die kleineren Segelschiffe im Mittelmeer sind eher einfach mit kleinen, schmalen Kabinen. Grössere Katamarane wie sie oft in der Karibik oder der Südsee eingesetzt werden, sind - auch was die freie Decksfläche betrifft - wesentlich komfortabler. Die kleineren Expeditionsschiffe sind vom Komfort her oft im 3*-Bereich zu finden, da diese Schiffe früher in irgend einer Form als Arbeitsschiffe im Einsatz waren. Die klassischen Motorjachten, grössere Segler wie auch die kleinen Hotelflussschiffe bieten meistens einen KOmfort im Premium-Bereich.

 

Bordsprache

In den meisten Fällen spricht die Besatzung Englisch. Gerade bei den kleineren Schiffen gibt es aber auch Möglichkeiten, dass eine deutschsprachige Mannschaft an Bord ist (bei den Segeljachten z.B. oft ein Skipper-Ehepaar). Dann gibt es noch die gemischten Crews, wo z.B. Koch/Steuermann Englisch sprechen und der Kapitän/Stewardess Deutsch. Wenn Sie sich gerne mit Ihrer Ansprechsperson auf Deutsch kommunizieren möchten, lassen Sie es uns wissen. Bei Bedarf können wir Ihnen auch einen deutschsprachigen Reiseleiter organisieren, der für Sie mit der Crew alle nötigen Abklärungen trifft und organisiert. Dies ist normalerweise allerdings nur bei grösseren Schiffen empfehlenswert, da der zusätzliche Reiseleiter jeweils eine eigene Kabine im Passagierbereich belegen muss.

Aktivitäten

Das Aktivitätenlevel und die Aktivitäten selber bestimmen Sie. Wenn Sie lieber primär entspannen an Bord, dann wird das so gemacht. Wenn Sie die Chance nutzen wollen, die Geheimtipps der Crew an Land zu erkunden, so wird das Programm entsprechend angepasst. Sie haben das Schiff gechartert und dürfen deshalb - im Rahmen des nautisch möglichen - das Programm selber bestimmen. Der Kapitän hat allerdings immer ein Vetorecht, denn die Sicherheit von Gästen, Crew und Schiff hat immer höchste Priorität.

Je nach Reisegebiet sind die Aktivitäten, welche möglich sind, ganz unterschiedlich. In wärmeren Gegenden steht schwimmern, schnorcheln, div. Wassersportarten oft im Vordergrund. Aber auch Ausflüge ins Landesinnere, das Schlendern durch ein Städtchen, ein gemütliches Dinner in einem lokalen Restaurant, eine Velotour oder eine gemütliche Wanderung können Ihre Privatreise bereichern.

Bei expeditionslastigeren Privatchartern in den nördlichen Regionen können Aktivitäten wie Kajak fahren, Wander-, Berg- oder Skitouren möglich sein. Bei den Expeditionsreisen ist es wichtig, dass Sie uns Ihre Wünsche rechtzeitig bekanntgeben, damit wir dies mit dem Kapitän entsprechend klären können. Nicht jede Aktivität kann respektive darf überall ausgeführt werden. In naturnahen Regionen, wo die Expeditionsschiffe meistens unterwegs sind, muss die lokale Gesetzgebung beachtet werden. Auch hier entscheidet am Schluss der Kapitän, was machbar ist und was nicht, da er für die Sicherheit der Gäste, der Mannschaft wie auch des Schiffes verantwortlich ist.

 

Programmänderungen vorbehalten

Es liegt in der Natur von Expeditionen, dass sie nicht genau im Voraus planbar sind. Wenn das Wetter nicht mitspielt, Sie plötzlich eine grosse Gruppe von Eisbären entdecken oder eine Bucht mit Eis zugefroren ist und eine Anlandung verunmöglicht, werden die Route und das Programm entsprechend angepasst. Dabei steht die Sicherheit aller Passagiere im Vordergrund. Die Crew und die Expeditionsleitung sind aber immer darauf bedacht, Ihnen möglichst viel bieten zu können. Als Passagier auf einer Expedition wird erwartet, dass Sie flexibel sind und sich auf das Abenteuer einlassen.

Seekrankheit 

Gerade in abgelegenen Gebieten wie in der Arktis oder Antarktis, kann es auch einmal stürmisches Wetter mit Wellengang geben. Expeditionsschiffe sind im Gegensatz zu den meisten Kreuzfahrtschiffen nicht mit Stabilisatoren ausgerüstet – so kann es an Bord zwischendurch zu stärkeren Bewegungen kommen. Hier hilft oft frische Luft, das Fixieren des Horizontes und dass Sie etwas Leichtes in den Magen bekommen. Sollte all dies nicht mehr helfen, gibt es auch Medikamente gegen Seekrankheit, welche aber frühzeitig eingenommen werden müssen, um ihre Wirksamkeit zu erhöhen. Sollte es einmal ganz schlimm werden, kann Ihnen der Schiffsarzt auch eine Spritze geben, welche normalerweise schnell Linderung bringt.

Ich will eine Expedition machen!

Wenn Sie sich zu einer Expedition entschlossen haben, dann melden Sie sich bei uns! Wir benötigen folgende Angaben von Ihnen:

  • Gewünschte Strecke / Abfahrts- und Zielhafen / Schiffsname (falls schon bekannt)
  • Gewünschter Reisezeitpunkt
  • Anzahl Passagiere
  • Kabinenkategorie / Kabinenbelegung (falls schon bekannt)
  • Vollständiger Name (gemäss Reisepass oder ID), Geburtsdatum und Nationalität aller Reiseteilnehmer

Sie werden dann je nach Kabinenverfügbarkeit von uns eine detaillierte Offerte mit einer Optionsfrist von einigen Tagen erhalten. Während dieser Zeit ist die Kabine für Sie provisorisch reserviert. Vor Ablauf der Optionsfrist müssen Sie sich entscheiden, ob Sie definitiv buchen möchten oder nicht. Gerne sind wir Ihnen auch bei der Organisation der An-/Abreise behilflich.